Regeln für die Due-Diligence-Prüfung des Projektinhabers

Die Finanzierungsentscheidung kann für den Kreditnehmer positiv sein nur im Fall, wenn EstateGuru vollständige Informationen über den Kreditnehmer (einschließlich des Geschäftsmodells, der Garantie usw.) zur Verfügung stehen und wenn das Verhältnis auf gegenseitigem Vertrauen beruht.

Falls der Kreditnehmer bei EstateGuru eine negative Kreditgeschichte hat und Investoren durch diesen Kreditnehmer Kapitalschäden haben hinnehmen müssen, ist der Kreditantrag unverzüglich zurückzuweisen.

Die Kreditverwalter haften bezüglich aller Komponenten des Kreditantrags für die Qualität der Angaben und auch des Antrages selbst. Die ganze im Zusammenhang mit dem Kreditantrag benutzte Information wird dokumentiert und im System von EstateGuru gespeichert. Zwecks Erhöhung der Effektivität des Prozesses werden Mitglieder des Kreditausschusses und der Kredit-Team schon möglichst auf frühem Stadium in den Analyseprozess der eventuellen Kreditvergabe einbezogen.

Der Kreditantrag (Memo) von EstateGuru besteht aus drei Hauptbestandteilen:

1. Informationen über den Kreditnehmer, einschließlich des Bestandswissens, der Finanzberichte, des Geschäftsplans usw.);

2. Die mit der Garantie verbundenen Informationen, einschließlich der Beschreibung, des Typs, der Expertenbegutachtung des Garantiegegenstands usw.);

3. Der Vorschlag des Kreditverwalters bezüglich der Kreditbedingungen, einschl. der Angabe der Rückzahlungsquelle.

Die Einschätzung vom Finanzrisiko wird aufgrund der Finanzbeichte des Kreditnehmers (oder falls der Kreditgeber zum Konzern gehört, auch anhand konsolidierter Berichte) einschl. der Einschätzung der Einnahmen und Ausgaben, der Bilanzstruktur, der Liquidität und der Zahlungsfähigkeit gegeben. Unter anderem sollten auch außerordentliche Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt werden.

Bei Einschätzung des Kreditnehmers werden folgende auf letzten Finanzberichten beruhende akzeptierte Risikokriterien (ARK) berücksichtigt:

· das Verhältnis der verzinsten Schuldverbindlichkeiten (mit Ausnahme der von Eigentümern erhaltenen Darlehen und der außenbilanziellen Posten) zu EBITDA muss unter 5 liegen.

· die Eigenkapitalquote (einschließlich der von Eigentümern erhaltenen Darlehen) liegt über 10 %;

· der Schuldendienstdeckungsgrad liegt über 1,1, wenn es sich um einen Tilgungsdarlehen mit konstanten Rückzahlungsbeträgen (Annuitätendarlehen) handelt.

· Der Zinsdeckungsgrad liegt über 1,6, wenn es sich um einen Kredit handelt, dessen Hauptbetrag nicht vor dem Fälligkeitsdatum zurückgezahlt wird.

Sollte der Kreditnehmer nicht den oben genannten akzeptierten Risikokriterien entsprechen, führt es nicht automatisch zu einer negativen Entscheidung. Dies sollte jedoch bei endgültiger Entscheidung berücksichtigt werden, auch sind die bestehenden Risiken je nach Möglichkeit zu mindern.

Wenn möglich, prüft das System anhand des Kreditantrags automatisch, ob der Kunde bereits eine frühere Zahlungsgeschichte bei EstateGuru oder verspätete Zurückzahlungen oder Schulden gegenüber anderen Kreditinstitutionen oder Steuerschulden hat. Für diese Überprüfung werden externe Datenbanken, einschl. der Datenbanken von Kreditbüros benutzt. Bei jeder vorliegenden oder früheren überfälligen Verschuldung müssen diese Umstände im gestellten Antrag widerspiegelt bzw. kommentiert werden, und die Angelegenheit muss normalerweise bis zur Kreditauszahlung gelöst werden.

Gemäß gestelltem Antrag wird sein EstateGuru interner Rating berechnet (das interne Mindestbewertungsniveau müsste in der Regel C betragen).

Wenn es sich um ein kompliziertes Kreditgeschäft handelt, werden zum Entscheidungsprozess interne und/oder externe Rechtsberater hingezogen, die außer dem Finanzhintergrund und der Berechnung vom Rating auch rechtliche Aspekte des Geschäfts zu überprüfen haben. In allgemeinen Fällen, wenn es sich um Fusions- oder Erwerbsgeschäfte, nicht standardgemäße Geschäfte, Einbeziehung von Gebietsfremden handelt, wird die Entscheidung von der Verkaufs- und Risikoabteilung getroffen.

Gemäß den in der Geldwäschebekämpfungspolitik von EstateGuru festgelegten Bedingungen müssen Kreditnehmer auch einen Fragebogen über die Geldwäschebekämpfung ausfüllen und bei Bedarf wird ihr diesbezüglicher Hintergrund (einschließlich ihrer Aufnahme in die Sanktionsliste) überprüft.  

Der Kreditverwalter ist verpflichtet, den Vertreter des Kunden und den eigentlichen Nutznießer festzustellen. Bei erster Bekanntschaft mit dem Vertreter des Kunden überprüft der Kreditverwalter den mit Foto versehenen Ausweis des Vertreters. Eine Kopie von diesem mit Foto versehenen Dokument muss im System gespeichert werden. Sollte der Vertreter des Kunden aufgrund einer Vollmacht handeln, ist auch eine Kopie von der Vollmacht im System zu speichern.

Die Finanz- und Marketingdaten des Kunden werden vom Kreditverwalter und dem Kreditausschuss regelmäßig überprüft. Auf entsprechenden Antrag hat der Kunde der EstateGuru Angaben über seine Finanztätigkeit vorzulegen. Bei deutlicher Erhöhung vom Insolvenzrisiko des Kunden wird der Kreditausschuss durch Kreditverwalter von der Risikoerhöhung in Kenntnis gesetzt.