In ganz Europa sind Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit nach wie vor weitgehend auf Banken angewiesen, so wie schon seit Jahrzehnten. Doch die Banken können den Kreditbedarf nicht vollständig decken, und die Unternehmen suchen nach Alternativen. Die Ergebnisse von Estateguru aus zwölf Jahren zeigen, dass immobilienbesicherte Non-Bank-Finanzierungen funktionieren, und zwar in beträchtlichem Umfang.
Laut Daniil Aal, CEO von Estateguru, verlassen sich europäische Unternehmen weiterhin stark auf Banken zur Kapitalbeschaffung. Eine in diesem Jahr veröffentlichte Analyse der Investmentgesellschaft Apollo Global Management ergab, dass Non-Bank-Kreditgeber in Europa und im Vereinigten Königreich nur 12 % der Unternehmensfinanzierung ausmachen, verglichen mit bis zu 75 % in den Vereinigten Staaten.
„Zunehmend strengere Vorschriften und die allgemeine geopolitische Unsicherheit machen Banken vorsichtiger. Dies schränkt den Kapitalzugang für Unternehmen ein und erhöht die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsmodellen in ganz Europa“, erklärt Aal.
Die Ergebnisse von Estateguru machen diesen Trend konkret messbar. Die Plattform hat Kredite in Höhe von 956 Millionen Euro an Unternehmen vermittelt, und mehr als 100 Millionen Euro an Erträgen wurden an Investoren ausgezahlt. Von diesem Kreditvolumen wurden knapp 746 Millionen Euro in Projekte in Estland, Lettland und Litauen geleitet. Investoren mit Sitz im Baltikum haben davon insgesamt 33 Millionen Euro an Erträgen erhalten.
Laut Janika Roots, CFO von Everaus Kinnisvara, einem im Baltikum tätigen Immobilienentwickler, ergänzt alternative Finanzierung die traditionelle Bankfinanzierung und verschafft Entwicklern mehr Flexibilität bei der Projektumsetzung.
„In der Immobilienentwicklung entspricht der Finanzierungsbedarf nicht immer dem Finanzierungsprozess einer Bank oder den üblichen Phasen eines Projekts. Wir nutzen alternative Finanzierungslösungen sowohl für den Erwerb von Entwicklungsgrundstücken als auch zur Finanzierung der Zwischenphasen von Projekten, in denen ein schneller und flexibler Kapitalzugang unerlässlich ist. So können wir die Entwicklung im geplanten Zeitrahmen halten und reibungslos zu den nächsten Entwicklungsphasen und zur langfristigen Finanzierung übergehen“, kommentiert Roots.
„In den vergangenen zehn Jahren hat sich die alternative Finanzierung zu einem reifen und regulierten Markt entwickelt, dessen Prozesse für Unternehmen klar und vorhersehbar sind. Unsere Erfahrung zeigt, dass Non-Bank-Finanzierung nicht mit Bankfinanzierung konkurriert, sondern diese ergänzt, sodass für jedes Projekt und jede Phase die am besten geeignete Finanzierungslösung gewählt werden kann. Das macht den Kapitaleinsatz effizienter und trägt dazu bei, dass Projekte termingerecht realisiert werden“, fügt Roots hinzu.
Daniil Aal widerlegt zudem das Missverständnis, dass alternative Finanzierungsformen mit niedrigeren Standards einhergehen. „Obwohl unsere Kreditvergabepolitik flexibler ist als die von Banken, gelingt es uns, die Portfolioqualität auf einem sehr hohen Niveau zu halten. Von dem auf der Plattform in den letzten drei Jahren finanzierten Kreditvolumen sind bis heute 97 % zurückgezahlt worden oder werden planmäßig bedient“, erklärt Aal und fügt hinzu, dass eine klare Spezialisierung dies ermögliche. „Estateguru konzentriert sich auf immobilienbesicherte Kredite im Baltikum. Wir verfügen über ein fundiertes Verständnis des wirtschaftlichen und rechtlichen Umfelds dieser Länder“, fügt er hinzu.
Seiner Ansicht nach ist der Rückgang des Bankenanteils am europäischen Unternehmenskreditmarkt weitgehend unvermeidlich. Dies spiegelt jedoch vor allem wider, dass sich neue Kreditvolumina auf eine größere Anzahl von Kreditinstituten verteilen.






